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Dienstag, 13.11.2007 | von: powerschnegge

New York Teil 2 – ING New York Marathon, 4. November 2007 – „Wenn Du`s hier schaffst, schaffst Du`s überall“

Sonntag – Mara-Tag

Start um 10 Uhr, aber Aufstehen um 5 Uhr – wieso? warum? wer hat sich das denn ausgedacht?  - genauso wie in Boston muß man sich früh an nen Startplatz begeben - in Boston wird man mit gelben Schulbussen in nen Vorort gefahren – in New York fährt man als Tourist mit vom Reiseveranstalter angemieteten Bussen – und genauso wie in Boston lungert man dann stundenlang rum, bevor`s losgeht – das Lager ist auf Staten Island, in Fort Wadsworth - angeblich kommt man da nicht mehr hin, weil die Brügge, über die wir dann den Mara latschen, geschlossen wird – aber ein Eingeborener meint, daß er irgendeine Fähre benützt und erst um 9:30 Uhr antanzen werde – nützt Schneggi aber nix, also daher doch um fünf Uhr raus, um 5:45 Uhr in Hotelhalle sammeln, um 6 Uhr mit dem Bus los.
Letzte Anweisungen:  „Trödel nicht rum – alles wird am Computer verfolgt – und nicht vergessen: gleich da!“ – in der Tat werden die Daten von den Chibb-Matten gleich ins Netz übertragen und jeder Knallfrosch kann sehen, wann man alle 5 kms über ne Matte gehuscht ist – zum Glügg liegt nicht bei jeder Meile ne Matte.
Gefühl ist etwas mulmig, die Vorbereitung läßt zu wünschen übrig, eigentlich war die Vorbereitung null zero nada niente – einmal 2 kms – halt, nicht überdramatisieren: zweimal 2 kms gelaufen, äh gehumpelt, in den 5einhalb Wochen seit dem DL07.  Auf der NY Mara-Wäbseite steht was von: „Official finish times will be recorded and scored until 6:40 p.m.“ – also bis 8:40 h ist das Ziel offen – das wird ein doch ziemlich flotter 12:19er Schnitt, kruzidürken muß sich Schnegi aber ranhalten, wenn er das paggen will.

Um 6:45 Uhr Ankunft im Startbereich, Hunderte an Bussen, Millionen an wuseligen Tretern – es ist kalt, aber die Sonne geht gerade auf und wird nachher schön wärmen.

Warum guggen die alle so grantig? na, es ist halt zu kalt und zu früh – obwohl wir in der Nacht eine Stunde wegen der Zeitumstellung länger hatten – man beachte die New York-spezifischen durchsichtigen Beutel – müssen durchsichtig sein, könnte ja jemand was Böses reinschmuggeln wollen, wird aber nicht kontrolliert.

links:   Vor dem Sonnenaufgang in der Distanz die Verrazano Narrows Bridge.
rechts:   Wenn`s auch viel zu mäggern gibt, über die Anzahl der Scheißhäuser, äh portatilen schnuggeligen Kulturhäuschen kann`s sicher keine Klagen geben.



Okay, da wir sind wir nun! was jetzt 3 Stunden lang machen? - Rumhoggen! Quatschen! den Miezen nachguggen! - erfahrene New York-Treter bringen sich alles mit, was sie brauchen:  Deggen, Klabbstühle, Lesematerial, Matrazzen, Futter, usw., um es sich für einige Stunden relativ gemütlich zu machen – allerdings muß alles liegenbleiben, man kommt nicht mehr zurügg, und nicht-Treter dürfen hier nicht rein, in unser Guantanamo - na so schlimm isses nicht, aber Lagerhaltung isses schon – es gibt aber Kaffee und Tee und viele Bagels und sonstigen Kram und die fidelen Toilettenhäuschenbesuche tragen auch zum Zeitvertreib bei – eigentlich sind es drei Lager:  nämlich grün, orange und blau – Schneggi ist blau.


HolySchitt, mitten in der Fremde, unter 40.000 Eumeln trifft man bekannte Gesichter:  Gernot Helferich und Frau – nach kurzem Plausch weiter im blauen Gehege rumirren, die Zeit totschlagen – zum Glügg regnet`s nicht, die paar Zelte würden knabb werden, obwohl dann wird`s drin sehr warm und man kommt sich schnell viel näher, so aufeinander gestapelt.

Speisung der Armen:  Bagels und Wasser.

Donnerkeil, ein 100MCler, der Jürgen Kuhlmey – einfach so – Jürgen ist kurz entschlossen von Florida hergedüst, noch ne Startnummer irgendwie von irgendjemandem abgeluxt – wegen Wahnsinnspreisen in Mänhättän-Hotels (400 bis 600 Dollar pro Nacht) dann ins YMCA – schon sein achter NY Mara, der Mann weiß Bescheid.

So gegen Viertel vor Neun denkt Schneggi:  „Mal kurz den Beutel abgeben und noch weiter rumtrödeln!“ – was so aussieht wie ne Routinesache entwiggelt sich zum Drama – für die Anstehenden ist es nicht ersichtlich, wie die Sache angelegt ist – es sind da UPS-Wägen, die die Beutel aufnehmen (Farbe grün, orange oder blau und je nach Alphabet des Nachnamens Nummer 1 bis weiß-der-Geier wohin, die höxte gesehene Nummer ist 73) – alles drängt in ne Straße rein, wo links und rechts die UPSler stehen – nun keiner kommt mehr raus bzw. nur ab-und-zu ein zwei oder drei Kämpfer, die sich gegen die Masse durchkämpfen, und niemand mehr rein – halbe Stunde für ca. 2 Meter Richtung Laster – gleichzeitig fängt der Lautsprecher (in 6 Sprachen: Englisch, Französisch, Italienisch, Deutsch, Spanisch und Japanisch) erste Anweisungen für die Startaufstellungen zu geben – die Meute wird unruhig und drängelt nach vorne, wodurch wohl erst recht niemand mehr rauskommt – rechter Hand wird ein Zaun niedergetrampelt, allerdings sind dahinter Büsche und Pflanzen, die Masse stürzt da rein – das Gedränge und Geschubse nimmt bedrohliche Formen an, die ersten kleinen Frauen rechts und links fangen an zu quietschen - alles schreit und hält gegen die Welle von hinten so gut es geht dagegen, einer schreit so laut er kann nach hinten : „Don`t push, you goddam motherfuggers!“, natürlich vergeblich – die Coast Guard kommt endlich (die Küstenwache) und macht in der Mitte der Leibermasse ne Art Kette aus ihren Jungs, die brüllen:  „links rein und rechts raus“ – so kommt das in Griff – meine Fresse, was für ein Chaos, hätte echt übel ausgehen können – die Menge war zehn vor Zehn nicht mehr bändigen, wer hier umfällt wird niedergetrampelt.


Tausende suchen knabb vor Start noch ihren Wagen, ziemliches Chaos – eigentlich ist es wurscht, da man mit Chibb läuft und man sowieso erst (laut Plan) um 10 Uhr „abmarschiert“, in Richtung Startlinie – aber so sind sie halt, die verrüggten Mara-Treter – aber ganz klar, das war absolut katastrophal organisiert, vielleicht war es als Rundkurs entlang der Falanx an UPS-Wägen vorgesehen, aber keiner hat`s so gemacht.

Okay, ging ja nochmal alles gut – jetzt zurügg zu den zugeteilten Abmarschierpunkten – alle paar Tausend gibb`s nen Sammelort – hier geht`s wieder geordnet und ordentlich zu – Schneggi hat 30233.

Die überflüssigen Warmhalteklamotten werden gespendet.


Der Weg zum Start dauert so 25 Minuten, im Gänsemarsch – Überqueren der ersten Matte für Nummer 30233 um 10:29 Uhr.

Polizei der verschiedensten Art hat alles genau unter Beobachtung, die werden sich ihren Teil denken – in der Distanz, dort wo der Kran steht, ist der Start.

Und los geht`s – schon ein Abenteuer bis hierher – als erstes die Verrazano Brügge hochtigern – die Sonne scheint, der Himmel ist blau, endlich wieder ein Mara, juhu, der letzte war im Juni der in Kassel, danach nur noch Ultras.

links:   Ein Feuerlöschboot begrüßt uns – blaues Meer und blauer Himmel, welche eine Kulisse.
rechts:   Niemand rast, Schneggi ist hier genau richtig, das Tempo ist moderat und machbar, Platz ist genug da.

links:   Tolle Brügge, 3 km lang, macht richtig Spaß.
rechts:   Bligg nach links nach Mänhättän.

links:   Noch ein Boot zur Begrüßung auf der linken Seite.
rechts:   Die erste Meile geschafft - 29 Minuten für 1.61 kms, echt starke Leistung – natürlich ist das die Zeit seit dem Start der Allerersten.
links:   Auf der anderen Brüggenseite dann wieder runter – angeblich sollen am Brüggenende unheimlich viele zwischen den beiden Fahrtrichtungen runterpinkeln und deshalb soll man nicht auf der unteren Etasche der Brügge laufen – erstens hat Schneggi nur drei Pinkler gesehen, natürlich Käsetreter, und zweitens kann man gar nicht raussuchen, wo man läuft – allerdings sollen die blauen Treter auf der rechten Seite der Brügge laufen – Schneggi natürlich auf dem linken Teil der Brügge, zweggs Fotofieren, is wohl falsch hier, weil …
rechts:   … nach der Brügge dann in Brooklyn die Blauen von rechts dahergeschossen kommen und Schneggi jetzt mit den Orangenen ist – die Oranschen sind offensichtlich früher als die Blauen gestartet, weil er jetzt in die Allerletzen reinläuft – die Hauptstraße bleibt weiterhin durch Flatterband in der Mitte getrennt, links orange und rechts blau – wo sind eigentlich die Grünen? – auch egal, ab Mile 8 sind eh alle wieder beieinander und vermischt.

Also nu in Brooklyn – viele viele Zuschauer an den Seiten, angeblich 2 Millionen in toto, keine Ahnung, leider nicht mitgezählt – ne Damenriege aus Germanien ist auch unterwegs – ob die das wohl paggen? *dugg weg*

links:   Die leicht ansteigende, aber schnurgeradeaus Megastraße erlaubt einen kleinen Einbligg über die ungeheuren Tretermassen, die unterwegs sind - ah, hier kann man die Trennung zwischen den braven Blauen rechts und nicht so braven Oranschen links gut sehen.
rechts:   Viel Live-Musik, angeblich 100 Bänds, aber soviele sind`s nicht.

links:   Bei Mile 5 immer noch ein paar Leute unterwegs.
rechts:   Die Bullen gut drauf – zur „Crowd Control“ – Brooklyn hat auch üblere Nachbarschaften.

links:   Die Meute schwenkt nach links.
rechts:   Viele Schulbänds geben ihr Bestes.

links:   Man könnte Hunderte, Tausende an interessanten Schörts fotofieren – der Knabe ist einer von zwei aus Andorra, da gibb`s wahrlich nicht viele Maratreter – ein Chaos an den Verpflegestellen – eigentlich gibb`s nur Gatorade und Wasser, trotzdem ein kreuz-und-quer-Gehüpfe, Leute marschieren mit den Bechern in der Straßenmitte, andere schütten die Brühe über die Haxen des Hintermannes – der Boden klebt vom Gatorade hunderte Meter weit, man kommt vor Bergen an grünen Pappbechern kaum voran – bei Mile 18 verschenkt Firma Powerbar Tütchen mit Powergel, sonst gibb`s nix zu futtern – die vielen Bananen- und Orangenschalen am Rande sind von Obsthändlern, die das privat spendieren – aber natürlich nur den ersten Tausend und nicht den hinteren Heulern – die 295 Eur Startgebühr werden definitiv nicht in die Verpflegungsstationen gesteggt, Amis zahlen wohl 100 Dollar oder so  für die Startnummer – eine wohl informierte Quelle meint, daß die Renndirektorin gerne die Startgebühr für die Europäer auf 500 Eur anheben möchte – uaaaaaaaa, aber so lange die Leute sich um die Teilnahme fast prügeln, wäre sie ja blöd, das nicht zu verlangen.
rechts:   Bei Halbmarathon über die zweite Brügge, die Pulaski Bridge, in den Stadtteil Queens – Bligg nach Mänhättän rüber.

links:   Nochmal ohne Brüggengitter – weil`s so imposant ist.
rechts:   Ah, die Pacemaker – holySchitt, noch ein Chaos – keine Ahnung, wie das organisiert ist – hier eine 5:00-Pacemakerin, vielleicht 200 Meter weiter ein 4:00-Pacemaker, weitere 200 Meter danach zum Beispiel jemand mit 5:30-Schildchen – viele der Pacemaker scheinen auch gar nicht geeignet, weil etliche, zum Teil gehende (jawohl gehende) Pacemaker inklusive welche für 3:00, 3:30 und 4:00 werden von Schneggi im Central Park auf den letzten 5 kms dann versägt – okay, nicht wundern, heute ist alles ein wenig anders als sonst.

links:   Der hat aber viele NY Maras – der erste NY Mara war in 1970, damals 155 Eumel am Start und 55 davon im Ziel, Sieger in 2:31 h – von 1976 bis 1981 soll die Stregge wohl um 150 Meter zu kurz gewesen sein („ja, wenn ich das gewußt hätte!“).
rechts:   Ach ja, ein 5:30er – auffällig, im Gegensatz zu Maras bei uns mit den Trauben um die Brems-Zug-Läufer, läuft nicht eine müde Sau neben einem Pacemaker, zumindest nicht hier hinten bei uns Luschen.

Wer denkt, es gibt nur Sehenswürdigkeiten und jubelnde Zuschauermassen, hat entweder gepennt oder ist falsch gewiggelt – hier ein Beispiel dafür – aber stimmt schon, zumeist greischende Zuschauer in Unmengen vorhanden – aber Sehenswürdigkeiten gibb`s sowieso keine – die Verrazano Brügge vielleicht und der Central Park, ansonsten nur auf breiten Straßen durch Wohngebiete und später in Mänhättän schnurgeradeaus auf sechsspurigen Straßen rauf und runter – also die Stregge per se ist nicht gerade interessant oder das Gelbe vom Dingsbums.

links:   Fetzige Bänds, hier können sich Punker voll austoben.
rechts:   Bei Mile 15 dann in die Queensboro Bridge rein, untere Etasche.

Die Meute schleicht schon etwas gedrüggt und gebüggt voran – erstens bereits 25 kms weg, zweitens geht`s aufwärts und drittens ist das die 5-Stunden-Bande, die sind schon etwas am Limit.

links:   Die Polizei bringt ein paar Tübben weg, die wohl nicht mehr können.
rechts:   Ausbligg von unter der Brügge hervor.

Nach dem Anstieg ganz klar wieder runter – nach der Brügge in einer Kehre drunter weg.

links:   Was den Laufstil angeht, nicht mehr die Elite, eher Schlurfschlabb – passt Schneggi voll rein.
rechts:   Mänhättän begrüßt die Knaggfrösche.

links:   Nu 5 kms geradeaus auf der First Avenue Richtung Norden – immer noch so viele unterwegs.
rechts:   Ein Schört des englischen 100MC entdeggt – es ist Wally bei seinem 300. Mara – er ruft nach:  „Do you have a good day? enjoy it!” [“Haste nen tollen Tag? genieß es!”].

links:   Klein Ilsede - ein Dorf bei Braunschweig – man trifft sich in der weiten Mara-Welt.
rechts:   Uff, das hört einfach nicht mehr auf – langsam macht sich der Mangel an Träning doch bemerkbar, es wird zäh, zäher, am zähesten.

Die näxte Brügge – die Willis Avenue Bridge – so kurz vor Mile 20.

Extra für uns nen Tebbich ausgelegt, da das Gitter verdammich schwierig zu laufen ist – die Schotten spielen zur Begrüßung, Mafia-artige Tübben ein paar Meter weiter brüllen dazu:  „Welcome to the Bronx!“.

Unmengen an Deutschen, rechts links und in der Mitte.

Manche stoisch, andere sümbadisch.

links:   Die könnten direkt aus nem Film raus sein.
rechts:   Über die fünfte und letzte Brügge, die Madison Avenue Bridge, Mile 21 - menno, schon wieder ein Pacer.

Es geht nach Harlem – der Lautsprecher brüllt:  „If you can make it here, you can make it anywhere!“ [“Wenn Du Pänner hier lebend rauskommst, schaffst Du`s überall - und jetzt verpiss Dich!“] – ein paar Zuhälter-artig aussehende Schwarze mit Schlagghosen, breitkrempigem Hund, subbakühler Sonnenbrille und den Mund voller Goldzähne grinsen sich einen weg.

Zuerst etliche Meilen natürlich wieder schnurstraggs geradeaus auf der fünften Avenue nach Süden (die Bäume rechterhand gehören schon zum Central Park) und dann rein in den Zentralpark - endlich mal Kurven und ne ungerade Straße, dafür rauf und runter.

links:   Hallihallo, die beiden Damen vom Karstadt Mara-Reisetiem:  Anja Lorenzen und Kristina Mertens.
rechts:   Das Schild bettelt, fotofiert zu werden.

links:   Noch mal Zuschauermassen am Grand Army Place.
rechts:   Letzte Straße vor dem Central Park, es wird gegangen – hey, das ist ja die Damenriege von heute morgen, immer noch gut drauf, versägen Schneggi ohne Skrupel oder Scham.

links:   Ach wie nett – „gleich geschafft!“ - „nicht mehr weit!“ – das komischerweise ruft hier niemand.
rechts:   Das Ziel fest im Visier.


Geschafft - ne harte Nummer – nie mehr, nie mehr, nie mehr einen Mara ohne Träning, kruzidürken – außer dem Gehen an den Trinkstationen mit Becher in der Hand und den Fotofier-Pausen, voll durchgelaufen, aber krass, voll krass! – die meisten daheim scheint später mehr zu interessieren wie die Schnalle von Tom Cruise oder ein gewisser Elton („wer ist das eigentlich?“) oder irgendein deutscher Nachrichtensprecher gelaufen sind – egal, Schneggi in 4:55 h, auf Platz 28.577 – interessanterweise immer noch fast 10.000 hinter ihm, der Letzte auf Platz 38.439 mit 9:51 h.

Medaillen und Folien – hey, da schleicht einer mit weißen Kniestrümpfen dahin, bestimmt ein Kraut.

Die üblichen Erschöpfungen – sicher viele dabei, die nur einen Mara pro Jahr rennen oder ihren ersten gemacht haben.


Jetzt muß leider nochmals heftigst gemäggert werden – der endlose Weg zu den Beuteln – man wird auf eine Straße geleitet, ca. 5 Meter breit, rechts und links mit nem endlos Holzzaun aus Latten abgesperrt – das Tempo ist ungefähr 10 Meter pro Minute, bei geschätzten 500 bis 1000 Metern dauert das also – rechts und links kibben die Leutchen um – aber nur wer quasi schon die Augen total verdreht hat, darf aus dem Gefängnis raus (Polizei und andere Security passen mächtig auf) - neben der eingezäunten Straße ist ein breiter Grünstreifen des Central Parks, daneben ein herrlicher Gehweg mit Parkbänken, aber nicht für uns – langsames Vorwärtsschleichen wechselt mit minutenlangen Staus ab – auch Schneggi wird`s schwummrig und er setzt sich lieber mal 10 Minuten an den Bretterzaun – da sausen dann plötzlich Läufer auf dem Grünstreifen und dem Gehweg entlang, die haben den Bretterzaun niedergetrampelt (einer brüllt:  „All power to the people“ – „alle Macht dem Volk!!“, muhahahahaha), Bullen rasen herbei, aber bleiben friedlich – warum nicht gleich so?

links:   Alles wird gut – der richtige UPS-Wagen wird gefunden, der Beutel ist auch noch da – es ist ziemlich kühl geworden.
rechts:   Noch 5 kms bis zum Hotel schleichen, da U-Bahn und sonst alles auch ziemlich verstopft – wenigstens noch ein paar billige, äh preiswerte Pizzastügge reinschieben – und der 24-Stunden-offene Laden an der Egge hat sogar Ritter Sport und frische Milch, lägger lägger, und genügend braune Papiertüten für Bierdosen - da steht doch einem gemütlichen Abend mit Sunday Night Football in der Klozze nix mehr entgegen.

Montag

Tag der Abreise – Flug aber erst am Abend – kein Muskelkater (Dromeus und Löffel: “muhahahahahaha, bei dem Tempo!”), keine Verletzungen, also nochmals durch die Straßen schießen und Mänhättän geniessen.

Die Fotos zu diesem Ausbligg hatten wir schon in Teil 1 – aber er ist einfach genial: morgens aufwachen und diese Kulisse, wow wow wow.

links:   Für die New Yorker wieder ein normaler Arbeitstag, ein Montag.
rechts:  Die meisten, vor allem die älteren Wolkenkratzer offenbaren erst beim zweiten Hinguggen ihre Details und architektonischen Schönheiten – die Architekten wollten hier nicht nur einfach möglichst hohe Klözze hinstellen, sondern „schöne Skyscraper“ hinsetzen – auch immer im Wettstreit mit Chicago.

links:   Schade, daß ein normaler Unwichtiger nicht ins Chrysler reindarf oder gar hoch hinaus.
rechts:   Masse und Klasse.

links:   Fünf Polizeiautos vor der Central Station, dem Bahnhof – die stehen nur rum, vermutlich Präsenz zeigen, die Bösen einschüchtern, die Braven sich sicher fühlen lassen – erstaunlicherweise ist der Prozentsatz von Übergewichtigen, zu deutsch von Diggen, unter der New Yorker Polizei überdurchschnittlich hoch – aber andererseits kein Wunder, die stehen den ganzen Tag nur rum oder sitzen in ihren schiggen neuen Autos, guggen den Miezen nach oder fummeln an den Händies rum oder futtern Junk Food – die meisten sind subbafreundlich, aber ein paar Kameraden müssen den obercoolen Maxe spielen, mit Sonnenbrille, Lederjagge, rechtes Handgelenk auf dem Colt und ner Miene, die sagt:  „Mann, ich bin total wichtig, sprich mich bloß nicht an, Du Punk, und frag gar nach dem Weg zur U-Bahnstation!“
rechts:   Sehr wenige Obdachlose, die wurden wohl verscheucht und weggekarrt.

Die Sirenen heute morgen wieder voll im Einsatz – gehört zur Energie dieser Stadt einfach dazu – man fühlt sich wie im Film, wenn man durch diese Straßen schlendert.

Der blaue Himmel macht die Giganten noch gigantischer.

Keine Ahnung mehr, wo das ist – einfach geknibst, Montag Morgen in New York - klar, Mänhättän ist nicht New York allein.

links:   Sogar die Hauptpost ist nicht ein öder Schubben, sondern diese bescheidene Hütte.
rechts:   Gegenüber der Madison Square Garden – innen eindruggsvoller als außen.

links:   Sage und schreibe 12 Polizeiautos stehen in einer Reihe, bloggieren einfach ne Fahrspur, Pech wer links von den Autos regulär parkt, kommt nicht raus – keineswegs ein besonderer Einsatz – die Bullen selber stehen alle irgendwo um den Madison Square Garden rum, lehnen sich an die Wand, allein oder in Gruppen, manche guggen nur, andere quatschen, dritte futtern, die meisten eher gelangweilt – eindruggsvoll.
rechts:   Die Straßen gehören den Taxis.

links:   Neben der Freiheitsstatue das New Yorker Symbol, das Empire State.
rechts:   Die Straßen sind zum Teil grottenmäßig übel – manche Abschnitte sind einfach mit Eisenplatten „zugedeggt“, aus anderen kommt Dampf raus, seltsam.

links:   Flußpromenade am East River – tolle Idee, aber …
rechts:   ….. die Promenade hört nach 200 Metern mit Eisengittern und Stacheldraht wieder auf – die sollten sich an Chicago ein Beispiel nehmen, 50 km zugängliche und zum Teil schöne Uferpromenade entlang dem Lake Michigan.

links:   Die Busse machen noch Werbung für gestern.
rechts:   Der East River, stromabwärts.

links:   Die Weltkugel im Garten der UN.
rechts:   Auch die Queensboro Bridge sieht schon arg lädiert aus.

Das Hotelzimmer dort oben im 28. Stogg muß jetzt gleich geräumt werden - schade.


Zum Abschluß noch nen echten New Yorker Heißen Hund.










Beute


links:   Die gelungene Medaille für den ING New York Marathon.
rechts:   Ne Ansteggnadel für den UN-Friendship Run am Samstag.

links:   Die Startnummer, blaue Meute.
rechts:   Auch ne Startnummer für den Freundschaftslauf.

links:   Funktions-Schört, langärmelig.
rechts:   Schlichtes BaumwollSchört für die Freundschaft, zur Erinnerung.

Fazit

Ist der New York Mara sein Geld wert?  Nö, auf gar keinen Fall – aber es ist hauptsächlich die Stadt selbst, die das alles so teuer macht.  Viele Treter meinten:  „Einmal gerne, aber ein zweites Mal nein, zu teuer!“ – auf jeden Fall ein Riesenabenteuer und etwas für die Erinnerungen.  Wenn jemand fragen sollte (wer frägt schon Lahmschnegge?), er würde sagen:  „Wenn Du Dir`s finanziell erlauben kannst, auf jeden Fall einmal hinfliegen und dort laufen! unbedingt!“
Die größten und „wichtigsten“ (behaupten sie wahrscheinlich selber) Maras der Welt haben sich zu einer zweijährigen Serie zusammengeschlossen, die „World Marathon Majors“. Schneggi hat alle fünfe completto, leider nicht innerhalb von nur 2 Jahren, sonst hätte er bei der Vergabe des 1-Million-Dollar-Preisgeldes sicher ein Wort mitgesprochen:  Berlin (gelaufen in 2002, 2003, 2004), Boston (2006), Chicago (2003), London (2003) und nu New York (2007). 
Welches ist der beste Mara? auf jeden Fall Boston, sehr schön und auch anspruchsvoll.  Außer für Berlin sind ja die anderen Städte immer mit einer mehrtägigen Reise verbunden – welche Stadt ist die aufregendste? mit Abstand New York, zweiter Platz für London (waren schon tolle 3 Jahr dort, die Stadt hat auch was).
Grüzi
Schneggi

Früherer Bericht:
Boston Mara 2006
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